Im Hexen-Exil in Peru
Die schöne Hexe Julia
Julia Hernández Pecho ist die Hauptfigur aus der berühmt-berüchtigten Legende der schönen Hexe Julia, die sich die Bewohner der peruanischen Stadt Cachiche erzählen. Der Erzählung nach war Julia eine Heilerin und Seherin, die viele Menschen von ihren Leiden befreit hatte. Berühmt wurde sie dadurch, dass sie einen Jungen namens Fernando León de Vivero von seinem Stottern heilte, und dieser später ein Kongressabgeordneter wurde. Aus Dankbarkeit ließ er eine goldene Statue in Form einer schönen Frau in einen Huarango-Baum schnitzen. Julia Hernández Pecho soll 1987 im Alter von 106 Jahren gestorben sein.

Hoheitsgewalt: Republik Peru
Herrschaftsform: Präsidialrepublik
Landesherrschaft: Zentralstaat Peru
Reichszugehörigkeit: –
Reichskreiszugehörigkeit: –
Höchste kirchliche Autorität: Papst Johannes Paul II.
Höchste regionale kirchliche Autorität: Guido Breña López, Bischof von Ica
Höchste weltliche Autorität: Alan García Pérez, Präsident von Peru
Höchste regionale weltliche Autorität: aufgrund der Ermordung von Manuel Santana Chiri in 1986 war der Posten des Präfekten von Ica 1987 vakant bzw. sehr unklar besetzt
Konfessionszugehörigkeit: überwiegend römisch-katholisch
Cachiche in Peru ist seit der Zeit der Inquisition als das Exil all jener Frauen bekannt, die es von Europa bis nach Peru geschafft haben. In dieser Stadt sie Schutz vor weiterer Verfolgung und konnten ihre Arbeit als Heilerinnen oder Seherinnen wieder aufnehmen. In einer Zeit, in der Apotheken und Drogerien kaum existierten, war die Naturheilkunde die einzige Ressource gegen Krankheiten. Cachiche wurde mit der Zeit das geheime Zentrum von Heilern und Kräuterkundigen.
Nach wie vor ist Cachiche ein Ort, an dem spirituelle Praktiken offen gelebt werden. Vielen gilt die Stadt als die Hochburg der Hexen. Im Hexenpark von Cachiche steht bis heute die Statue von Julia Hernández Pecho, die mit einer Eule und einem Totenkopf an ihrer Seite dargestellt ist und ihre Arme zum Abflug erhebt. Darüber hinaus finden sich zahlreiche weitere Statuen und Abbildungen von ihr in und um die Stadt.
Um ihre Person rankt sich auch die Legende von der Palme mit den sieben Köpfen: Sie soll prophezeit haben, dass die Stadt Ica überschwemmt werde, sobald die Palme eine weitere Krone treibe – was viele später mit der El-Niño-Flutkatastrophe 1998 in Verbindung brachten.
Die Verbindung zwischen der Europäischen Hexenverfolgung und Peru
Peru und Spanien sind durch die Geschichte, die Sprache und kulturelle Bande eng miteinander verbunden. Der wichtigste Zusammenhang ergibt sich aus der Kolonialzeit. Im 16. Jahrhundert eroberten die spanischen Konquistadoren das Gebiet des Inkareiches, das große Teile des heutigen Peru umfasste. 1533 fiel Cusco, die Hauptstadt der Inka, und bald darauf wurde Peru zum Zentrum des spanischen Kolonialreiches in Südamerika. Lima wurde 1535 gegründet und entwickelte sich zum Sitz des Vizekönigreichs Peru, das fast zwei Jahrhunderte lang das mächtigste spanische Verwaltungsgebiet auf dem Kontinent war.
Aus dieser Kolonialzeit stammen die bis heute sichtbaren Verbindungen: Die Amtssprache in Peru ist Spanisch, und ein großer Teil der Kultur, Religion und Architektur wurde durch Spanien geprägt. Die katholische Kirche, viele Traditionen und ein erheblicher Teil des Rechtssystems haben ihre Wurzeln in dieser Epoche.
Nach der Unabhängigkeit Perus im Jahr 1821 blieb die Verbindung zu Spanien auf einer kulturellen Ebene bestehen. Heute bestehen diplomatische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Beziehungen zwischen beiden Ländern.
„Was treibt euch hierher, was sucht ihr an diesem Ort? Mögen die Hexen, die Heilkünste und Gott euch helfen, eurem Schicksal eine Wende zu geben, bis ihr Frieden und Glück in euren Häusern findet.“
Die letzte Botschaft von Julia Hernández Pecho
Literatur zu Julia Hernández Pecho:
The Witches Of Cachiche Ica: Tourist Legend And History, tierrasvivas.com