10.08.2025
Die Ielele sind weibliche, übernatürliche Wesen aus dem rumänischen Volksglauben, die in Erzählungen als wilde, verführerische Jungfrauen mit magischen Fähigkeiten beschrieben werden. Sie erscheinen vor allem nachts im Mondschein und führen an abgelegenen Orten ihre geheimnisvollen Reigentänze auf. Dabei sind sie häufig in durchscheinende Schleier gehüllt und tragen kleine Glöckchen an den Füßen. Der Ort, an dem sie getanzt haben, bleibt wie versengt zurück. Die Ielele sind nicht grundsätzlich böse, üben aber Rache an jenen, die es wagen, sie während ihres Tanzes zu stören. In einem solchen Fall betören sie den Schuldigen mit ihrem Gesang tanzen mit ihm dreimal im Kreis und bringen so Krankheit oder Wahnsinn über ihn.
Die Erzählung erfüllte eine Schutzfunktion, die Menschen davon abhalten sollte, sich in gefährliche Bereiche des Waldes zu begeben. Wer dennoch an solch einem Ort vorbeikam, verhielt sich leise, um die lelele nicht zu stören und hinterließ Blumen, Honig oder Brot. Um die Ielele zu besänftigen nutzten die Rumänen eine uralte, überlieferte Beschwörungsformel. Sie wird in rumänischen Volksüberlieferungen in rhythmischer Form gesprochen und beginnt mit der direkten Anrede an die Ielele als mächtige Herrscherinnen von Wind und Erde. Die Formel war ein verbales Schutzritual und auch eine Art psychologisches Beruhigungsmittel, um sich sicherer zu fühlen, wenn man sich in Bereichen bewegte, in denen sich diese Wesen aufhalten konnten.
„Ihr Ielele,
Meisterinnen,
Feindinnen der Menschen,
Herrscherinnen des Windes,
Herrinnen der Erde,
die ihr durch die Lüfte fliegt,
über Gras gleitet,
und auf Wellen schreitet,
euch in ferne Orte begebt,
in Sümpfe, Schilf, Ödnis,
wo kein Priester läutet,
wo kein Mädchen tanzt.
Ihr geht in den Rachen des Windes,
um euch am Ende der Erde zu stoßen.“rumänische Formel zur Beschwörung der lelele
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Beitragsbild: KI