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Maria Eberlin

Die Frau, der die Flucht aus Schloss Vaduz gelang

Opfer der Hexenprozesse in Liechtenstein


Maria Eberlin, eine Frau aus Planken in Liechtenstein, wurde 1680 der Hexerei beschuldigt und in Vaduz inhaftiert. Unter Folter gestand sie und wurde zum Tode verurteilt, doch gelang ihr eine spektakuläre Flucht aus dem Schloss Vaduz.

Maria Eberlin

⛤ 17. Jahrhundert, Liechtenstein

Sie entkam durch ein Ofenloch, kletterte mit Leintüchern vom Dach und floh nach Feldkirch in Österreich. Dort erhob sie mit einem Notar Einspruch gegen die Rechtmäßigkeit ihres Prozesses. Zusammen mit anderen Geflohenen und dem Pfarrer Valentin von Kriss wandte sie sich an Kaiser Leopold I., der 1681 die Prozesse stoppte und eine Untersuchungskommission einsetzte.

1685 wurden in Liechtenstein alle Urteile der Jahre 1679 und 1680, die 45 Menschen das Leben gekostet hatten, für ungültig erklärt. Maria Eberlin erhielt eine Entschädigung für ihr beschlagnahmtes Vermögen, konnte jedoch nicht in ein geregeltes Leben zurückkehren. Sie ließ ihr Haus in Planken leer stehen und zog zu Verwandten in Schellenberg. Dort wurde sie zweimal von Musketieren nach Vaduz ausgewiesen. Danach verliert sich ihre Spur.

„Ein trefflicher Beweisthum des Satanischen Zauber-Wesens ist die Kristall-Zauberei.“

Petrus Goldschmidt, Buch „Verworfener Hexen- und Zauberer-Advocat„, Cap. XIV


Literatur zu Maria Eberlin:
Maria Eberle und das Ende der Hexenverfolgungen, historisches-lexikon.li