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Elspeth Reoch

Die Frau, die nach der Geburt ihres unehelichen Kindes stumm wurde

Opfer der Hexenprozesse in Schottland


Die Vagabundin, Seherin und Mutter zweier Kinder, Elspeth Reoch, aus Schottland wurde der Hexerei bezichtigt, in Kirkwall gefoltert und im Jahr 1616 zum Tode verurteilt. Elspeth wurde erwürgt und ihr Körper danach am Scheiterhaufen verbrannt.

Elspeth Reoch

⛤ 1616, Schottland

Der Grund für ihre Verurteilung könnte ein Trauma gewesen sein, denn nach der Geburt ihres ersten unehelichen Kindes hörte Elspeth auf zu sprechen. Ihr wurde daraufhin vorgeworfen, die Inselbewohner zu täuschen, indem sie so tat, als ob sie stumm wäre.

Die Vermutungen gehen in Richtung Inzest oder Vergewaltigung, auch das Geständnis, das sie unter Folter ablegte, könnte dahingehend interpretiert werden. So gestand sie, dass ihr der Teufel das erste Mal im Alter von 12 Jahren erschien. Er sagte ihr, dass sie, wenn sie alles wissen wollte, sich mit ungewaschenen Händen die Augen reiben sollte. Seitdem konnte sie Krankheiten heilen, indem sie Gesänge rezitierte, während sie Blütenblätter aus der Schafgarbe zupfte. Nach der Geburt ihres ersten Kindes erschien einer der Männer wieder an ihrem Bett und hatte mit ihr Geschlechtsverkehr. Angeblich, so sagte sie weiter aus, sei er ein Verwandter, der weder tot noch lebendig war. Er sagte zu ihr, dass sie, um ihre hellseherischen Fähigkeiten zu behalten, „von nun an dumm sein sollte“. In der damaligen Zeit setzte man „stumm“ oft fälschlicherweise mit „dumm“ gleich.

„O, wenn doch alles das fern von aller Wahrheit und erdichtet genannt werden könnte, und wenigstens die Kirche von so schrecklicher Besudelung frei bliebe! Doch dem steht leider entgegen sowohl die Bestimmung der Bulle des Papstes als auch die Lehrmeisterin Erfahrung, die uns nach den eignen Geständnissen (der Hexen) und den von ihnen begangenen Schandtaten so sicher gemacht hat, daß wir ohne Gefährdung des eignen Heiles nicht mehr von der Inquisition abstehen können.“

Heinrich Kramer, Malleus Maleficarum, 1684


Literatur zu Elspeth Reoch:
Elspeth Reoch – wikipedia, englisch