08.08.2025
Die Geschichte der Hexenprozesse im heutigen Rumänien ist im Kern die Geschichte der ungarischen und sächsischen Bevölkerung Transsilvaniens. Die orthodoxe Kirche – die Urkirche der rumänischen Mehrheitsbevölkerung – war an diesen Prozessen nicht beteiligt. Die Verfolgungsmuster kamen mit deutschen (sächsischen) und ungarischen Siedlern nach Transsilvanien. Sie brachten ihre westeuropäischen religiösen und rechtlichen Traditionen mit. Diese passten nicht zur rumänischen Volkskultur, in der Magie als Teil des Alltagsglaubens galt – und vielerorts noch bis heute gilt.
Bereits im 16. Jahrhundert gab es auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens erste Hexenprozesse. Die größeren Hexenverfolgungswellen brechen jedoch erst im 17. Jahrhundert aus. Das Hauptzentrum war dabei Transsilvanien. In der Walachei und in Moldau sind zwar ebenfalls Fälle dokumentiert – groß angelegte Verfolgungswellen blieben in diesen Regionen jedoch weitgehend aus. Dass es gerade in Transsilvanien zu Hexenprozessen kam, lag unter anderem daran, dass die Städte in diesem Gebiet des heutigen Rumäniens lokale Gerichtsbarkeiten hatten, die nach westeuropäischem Vorbild arbeiteten.
Ein eigenes Gesetz gegen Hexerei existierte in Transsilvanien nicht[6]. Die Siedler aus Ungarn und Sachsen brachten jedoch ihre eigenen Kirchenstrukturen und eine vom König privilegierte Rechtsstellung mit. Die örtlichen Gerichte orientierten sich an den Vorstellungen des Hexenhammers (Malleus Maleficarum[4]) sowie an der Constitutio Criminalis Carolina, dem Strafgesetzbuch, das in weiten Teilen Westeuropas galt. In Rumänien gab es auch keine Theologen, die ein Werk geschrieben hätten, das mit Büchern aus Deutschland (Malleus Maleficarum), Italien (Compendium Maleficarum) oder der Schweiz (Formicarius) vergleichbar gewesen wäre. Die Orthodoxe Kirche hatte ein ganz anderes Verhältnis zu Magie und Hexerei als die römisch-katholische Kirche und war in der Regel nicht aktiv in Hexenprozesse eingebunden[9]. Sie verfügte über keine zentrale Institution wie die Inquisition[5] und initiierte keine systematischen Verfolgungen.
Zur Zeit der Hexenverfolgungen war Transsilvanien ein Fürstentum. Anders als die weitgehend orthodox geprägten Fürstentümer Walachei und Moldau war Transsilvanien ein religiös vielfältiges Gebiet, in dem sich Lutheraner, Reformierte, Katholiken und Unitarier etabliert hatten. Und da Abweichungen vom ‚richtigen Glauben‘ gerade von katholischen und protestantischen Strömungen häufig mit Hexerei in Verbindung gebracht wurden, neigten vor allem katholisch und protestantisch geprägte Gemeinden dazu, vermeintliche Hexerei als Ausdruck gottloser Umtriebe zu verfolgen. Dazu gehörten unter anderem die Städte Klausenburg (Cluj-Napoca), Hermannstadt (Sibiu) und Kronstadt (Brașov). Andere Hotspots in Transsilvanien waren Großkarol (Carei), Deesch (Dej), Frauenbach (Baia Mare), Schäßburg (Sighișoara) und Neumarkt (Târgu Mureș). Im Verlauf der Zeit wurden nahezu alle bedeutenden Städte Transsilvaniens von der Welle erfasst.
In Transsilvanien lassen sich fünf Phasen identifizieren, in denen die Hexenverfolgungen besonders ausgeprägt waren:
Mitte des 16. Jahrhunderts unter Johann II. Sigismund Zápolya
Eine frühe Phase intensiver Hexenverfolgung in Transsilvanien fand ab 1540 unter Johann II. Sigismund Zápolya, König von Ungarn und erster Fürst von Siebenbürgen, statt. Einzelne Prozesse aus dieser Zeit sind belegt. Zu den ersten Opfern der Hexenverfolgung gehörten Prisca Kőmíves[7] (Kewmies) und Clara Bochÿ[8] (auch: Bóci, Boczj oder Botzi).
Ende des 16. Jahrhunderts unter Stephan Báthory
Der Stadtsanwalt György Igyártó aus Cluj-Napoca zeigte anderen vor, wie Hexenprozesse für persönliche und berufliche Zwecke instrumentalisiert werden konnten. Zwischen 1582 und 1585 führte er fast ein Dutzend Hexenprozesse, von denen mehr als die Hälfte mit Verbrennungen endeten. Igyártó, der 1579 selbst wegen des Verdachts angeklagt worden war, seine erste Frau vergiftet zu haben, nutzte Hexereianklagen systematisch gegen seine ehemaligen Ankläger. Diejenigen, die in seinem eigenen Prozess gegen ihn ausgesagt hatten, fanden sich später als Angeklagte in Hexereiprozessen wieder. In dieser Zeit steigerte sich der Hexenwahn ins Unermessliche, sodass es sogar zu mehreren Anklagen kam, die rein auf den Geschehnissen während eines Albtraums beruhten.
Anfang des 17. Jahrhunderts unter Gabriel Bethlen
Fürst Gabriel Bethlen (1613-1629) spielte eine entscheidende Rolle als Förderer systematischer Verfolgungen und als politischer Nutznießer von Hexereianklagen. Seine Regierungszeit markiert einen wichtigen Wendepunkt in der transsilvanischen Hexenverfolgung, da unter seiner Herrschaft nicht nur die Intensität der Prozesse zunahm, sondern auch die politische Instrumentalisierung von Hexereivorwürfen gegen den Adel ihren Höhepunkt erreichte. Der spektakulärste und politisch bedeutsamste Hexenprozess unter Gabriel Bethlen richtete sich gegen Anna Báthory, die Schwester des ermordeten Fürsten Gabriel Báthory.
Mitte bis Ende des 17. Jahrhunderts unter Mihai Apafi I
Die Phase mit den intensivsten und am besten dokumentierten Hexenverfolgungen in Transsilvanien war jene unter dem ungarischstämmigen Fürsten Mihai Apafi I. Apafi regierte ab 1661 mit einer starken Verwaltung, und Gerichtsakten aus dieser Zeit zeigen systematische Prozesse mit Folter, Geständnissen und Todesurteilen.
Anfang bis Mitte des 18. Jahrhunderts unter habsburgischer Herrschaft
Nach der Eroberung Transsilvaniens durch die österreichische Armee 1687 im Zuge des Großen Türkenkriegs und dem Übergang Transsilvaniens unter Habsburger Kontrolle (offiziell ab 1691) klangen die Verfolgungen allmählich ab, doch es gab vereinzelt bis Mitte des 18. Jahrhunderts noch Prozesse. Die Mehrheit der Hexenprozesse, in denen Rumänen angeklagt wurden, fand im 18. Jahrhundert statt, wobei die meisten freigesprochen wurden. Einflüsse der Aufklärung und rechtlicher Reformen führten später zum endgültigen Rückgang der Prozesse.
Die Ursachen für die Verfolgung von Hexen waren dieselben wie in den westeuropäischen Ländern. In den allermeisten Fällen wurden Prozesse ursächlich wegen sozialem Neid, Volksglauben und persönlichen Konflikten geführt. Oft ging es einfach nur darum, jemanden aus dem nahen Umfeld loszuwerden. Ein Zeuge im bislang letzten dokumentierten Hexenprozess von Sibiu, der sich von 1718 bis 1721 erstreckte, berichtete, sein Vater habe ihm erzählt, dass ihm eines Nachts zwei schwarze Käfer über den Körper gelaufen seien. Als seine Mutter einen davon zerdrückte, habe es so laut geknackt, „als würde man eine alte Haselnuss knacken“. Seitdem würde seine Mutter die Nachbarin Frau Ehrlinger[2] verdächtigen und sie auf der Straße öffentlich eine Hexe nennen. So oder so ähnlich begannen zahlreiche Hexenprozesse, und das nicht nur in Transsilvanien.
Jede Übertretung der sozialen Normen konnte den Verdacht von Schadenszauber nach sich ziehen. Oft war der eigentliche Normverletzer nicht der Angeklagte, sondern der Ankläger.
Éva Pócs, Die west- und mitteleuropäische dörfliche Hexerei: das Anklage-/Sündenbock-Modell[9]
Der Fall Ehrlinger könnte mit einem Freispruch geendet haben, wie es auch einige rumänische Medien berichten, die auf mündlich überlieferte Erzählungen zurückgreifen. Dies fügt sich auch zeitlich ein, denn zwischen 1718 und 1721 war die Aufklärung im Habsburgerreich bereits weit fortgeschritten. Über weitere Einzelheiten ist bis dato nichts Näheres bekannt. Wie in vielen anderen Fällen fehlen detaillierte Informationen, denn die Aufarbeitung der Hexenprozesse in Rumänien ist bislang nicht so weit fortgeschritten wie etwa in Österreich, Deutschland oder der Schweiz. Es existieren jedoch auch schon gut dokumentierte Einzelfälle.
Eine Besonderheit in Transsilvanien war, dass von Hexenprozessen in der Regel ungarische oder sächsische Frauen betroffen waren. Zwar wurden auch Rumäninnen verdächtigt, doch diese unterlagen oft nicht dem gleichen Rechtssystem und wurden daher anders sanktioniert. Wenn Rumänen vor Gericht gestellt wurden, dann weil sie der Hexerei innerhalb des Fürstentums beschuldigt wurden[11]. Aus der Stadt Cluj-Napoca zum Beispiel ist bisher nur ein einziger Fall einer rumänischen Frau dokumentiert, die von einem Hexenprozess betroffen war. Der Großteil der Rumäninnen hatte keinen Zugang zur Stadt und lebte außerhalb der Stadtmauern – am Feleac-Hügel, einem Hügel, der für seine Heilkräuter berühmt war. Die Ankläger behaupteten, dass auf diesem Hügel Frauen beim Sammeln von magischen Pflanzen gesehen worden seien. Aus diesem Grund wurde die Frau angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt – eine Hinrichtung blieb ihr erspart[5].
Ein beachtenswerter Fall aus Transsilvanien ist jener von Ileane Lenart[3]. In den meisten dokumentierten Prozessen im deutschsprachigen Raum waren es lokale Obrigkeiten, die Prozesse einleiteten – nicht traumatisierte Adelige. Dass eine einflussreiche Fürstin – die Ehefrau von Mihai Apafi I – aus psychischer Überforderung heraus unschuldige Frauen opferte, ist eine transsilvanische Besonderheit. Ileanes Prozess war Teil einer großen Hexenjagd, die sich über das gesamte Fürstentum erstreckte. Eine junge sächsische Frau aus Sebeș wurde zusammen mit Maria Ásztálos, einer katholischen zweifachen Mutter aus Reghin, allein deshalb verurteilt, weil sie sich über die Wahnvorstellungen der Fürstin lustig gemacht hatten.
Die Folter- und Hinrichtungsmethoden in den katholisch und protestantisch geprägten Gebieten Transsilvaniens glichen jenen aus Mitteleuropa. Besonders häufig wurde auf die grausame Wasserprobe, das sogenannte ‚Hexenbad‘, zurückgegriffen. Dabei wurden die Beschuldigten gefesselt ins Wasser geworfen, um anhand ihres Auftriebs festzustellen, ob sie mit dem Teufel im Bunde standen. Viele ertranken bereits während der Durchführung. In Sibiu wurde die Wasserprobe im sogenannten Schneiderteich durchgeführt, der sich an der Stelle der heutigen Straße Bulevardul Eroilor befand. Ein historisch belegter Vorfall ereignete sich dazu im Jahr 1677, als eine Brücke über dem Teich unter dem Gewicht der Schaulustigen zusammenbrach. Der Andrang war so groß, dass das Bauwerk dem Druck nicht standhielt.
Die Anklage wegen Hexerei kam in vielen Fällen aus dem direkten sozialen Umfeld – vom Nachbarn, einem wirtschaftlichen Konkurrenten oder von einem Familienmitglied. Da es jedoch an der Inquisition fehlte, kam es in Transsilvanien mehr auf persönliche Initiative an. Diese Lücke nutzen einige, um sich selbst zum Hexenjäger zu ernennen. Einer davon war der Schneider und berüchtigte Denunziant Péter Gruz[6] aus Cluj-Napoca. In der Frühen Neuzeit zählten die Schneider in Transsilvanien zu einer bedeutenden und einflussreichen städtischen Berufsgruppe. Sie schlossen sich in Zünften zusammen, die nicht nur wirtschaftliche und soziale Interessen vertraten, sondern auch eine wichtige Rolle innerhalb der städtischen Macht- und Verteidigungsstrukturen spielten. In vielen Städten Transsilvaniens existieren bis heute Türme, Bastionen oder Stadttore, die von Schneidern errichtet, verteidigt oder bewacht wurden. Für Péter Gruz boten die wiederholten Denunziationen vermutlich die Chance, seine gesellschaftliche Position innerhalb der Stadt Cluj-Napoca zu stärken und sich politischen wie auch wirtschaftlichen Einfluss zu sichern. Indem er sich als eifriger Verfechter der Ordnung und Moral inszenierte, konnte er das Vertrauen der Obrigkeit gewinnen. In einigen Städten zeigten sich sogar die Bürgermeister selbst besonders eifrig und traten aktiv als Ankläger auf.
Die Prozesse selbst wurden vor weltlichen Gerichten geführt[5]. Die mildeste Form der Bestrafung war die öffentliche Auspeitschung – etwa in Cluj-Napoca, direkt vor der Michaelskirche am heutigen Piața Unirii. Weitaus häufiger jedoch endeten solche Verfahren mit der Todesstrafe: durch Enthauptung, Erhängen oder Verbrennung. Die Hinrichtungen fanden entweder auf zentralen städtischen Plätzen statt – in Cluj-Napoca beispielsweise vor der Michaelskathedrale – oder an abgelegeneren Orten außerhalb der Stadtmauern. Besonders makaber war der Umgang mit den Leichen: Die Überreste der Hingerichteten wurden oftmals gut sichtbar ausgestellt[5]. In Cluj-Napoca geschah dies unter anderem vor dem Schneiderbastions-Turm[5] (Bastionul Croitorilor), der seinen Namen der dort ansässigen Zunft der Schneider verdankt. Der Weg dorthin trug bezeichnenderweise den Namen ‚Hexengasse‘[5] – heute bekannt als Strada Baba Novac.
Einer mündlichen Überlieferung zufolge soll der letzte Mensch, der in Siebenbürgen auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden ist, ein zutiefst tragisches Schicksal erlitten haben. Es habe sich um einen Mann namens Olah János gehandelt, der in Târgu Mureș hingerichtet worden sein soll. Während der Hinrichtung verbrannten die Seile, mit denen Olah (der Name bedeutet übersetzt „Rumäne“) an den Pfahl gebunden war. Diese Chance nutzte Olah, um sich aus dem brennenden Scheiterhaufen zu befreien und davonzulaufen. Als er einige Schritte zurückgelegt hatte, hörte er aus der Menge eine Stimme, die rief: „Lauf nicht weiter! Wenn du entkommen bist, wirst du begnadigt!“ In der Hoffnung auf Gnade – wie sie in manchen Fällen nach missglückten Erhängungen gewährt wurde – hielt er an. Doch die vermeintliche Rettung erwies sich als Falle: Soldaten holten ihn ein und fesselten ihn diesmal noch fester an den Pfahl und übergaben ihn den Flammen. Dieses Mal gab es kein Entkommen. Obwohl diese Geschichte historisch nicht eindeutig belegt ist, soll sie in Rumänien bis heute in mündlicher Überlieferung fortbestehen.
Tatsächlich scheint der letzte dokumentierte Hexenprozess in Transsilvanien einen Rumänen betroffen zu haben: den 28-jährigen Ilia Bean aus Oprișani. Der verheiratete Mann orthodoxen Glaubens praktizierte weiße Magie, um Heilungen zu bewirken. Im Jahr 1803 führte er an der fünf Wochen alten Tochter der protestantischen Eheleute Julianne (19) und Samuel Farkas (32) eine Art Exorzismus durch. Das Kind soll nach Aussage der Eltern sehr krank gewesen sein und unaufhörlich Tag und Nacht geweint haben. Was man heute als Schreibaby bezeichnen würde, führten sie damals auf eine vermeintliche Besessenheit zurück. In dem Versuch, das Kind „auszutauschen“, steckte Ilia das Mädchen in den heißen Backofen, wobei es starb. Der Hintergrund dieser Tat liegt in der Legende vom Wechselbalg[10]: In dieser volkstümlichen Vorstellung tauschten Dämonen ein gesundes Kind gegen ein krankes aus. Um den Wechsel rückgängig zu machen, musste das fremde Kind mit dem Feuer bedroht werden. Dadurch sollte der Dämon, dem das Kind gehörte, dazu gebracht werden, sein Wechselbalg im Tausch gegen das „echte Kind“ zurückzuholen. Ilia Bean wurde der Hexerei bezichtigt und es wurde ihm ein Prozess gemacht, obwohl Hexenprozesse zu dieser Zeit bereits durch Maria Theresia verboten worden waren. Ilia wurde verurteilt und enthauptet. Die Eltern wurden zwar zunächst inhaftiert, später jedoch auf freigelassen, da man sie für vom Heiler getäuscht hielt.
Im Jahr 1756 erließ Maria Theresia eine Verordnung, die Hexenprozesse in Transsilvanien, Ungarn und Kroatien stark einschränkte. Ab diesem Zeitpunkt mussten lokale Gerichte, die in einem Hexenprozess ein Todesurteil ausgesprochen haben, eine Bestätigung der Königin aus Wien einholen. Der entscheidende Schritt zur Abschaffung der Hexenprozesse kam 1768 mit der Einführung der Constitutio Criminalis Theresiana. Darin wurde die Hexerei zwar noch als Straftat erwähnt, aber nur, wenn nachweislich ein tatsächlicher Schaden verursacht worden war. Praktisch bedeutete dies das Ende der klassischen Hexenprozesse im Habsburgerreich, da man ab diesem Zeitpunkt keine Todesurteile wegen reiner „Teufelspakte“ oder „Zauberei“ mehr fällen konnte.
Der Versuch der katholischen Kirche, die heidnischen Bräuche auszulöschen, scheiterte – gerade in Transsilvanien überdauerten sie. In keinem anderen europäischen Land ist die Zahl offiziell praktizierender Heilerinnen, Magierinnen und Hexen so hoch wie in Rumänien – sie treten in Talkshows auf, beraten Klientinnen und Klienten und verstehen sich als Teil einer spirituellen Tradition. Im Jahr 2019 sprach Mihaela Mincă[1], eine der bekanntesten Hexen Rumäniens, einen Zauber gegen korrupte Politiker – kurz darauf wurde Liviu Dragnea zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Der Fall wurde in Rumänien zu einem Symbol für die Korruptionsbekämpfung – und zugleich für die gesellschaftliche Wirksamkeit einer spirituellen Praxis, die tief in der rumänischen Volkskultur verwurzelt ist.
Quellen:
[1] PHMuseum, Fotoprojekt „Daughters of magic“
[2] Ardere pe rug (Verbrennung auf dem Scheiterhaufen), wikipedia in rumänischer Sprache
[3] Ileane Lenart, weiberkraft.com
[4] Der Malleus Maleficarum – Mitteleuropas erste Strafprozessordnung, weiberkraft.com
[5] Vanatoarea de vrajitoare – Hexenverfolgung, jurnalul.ro
[6] Vânătoarea de vrăjitoare din Transilvania îți arată că sexismul face victime încă din Evul Mediu – Die Hexenjagd in Transsilvanien zeigt, dass Sexismus schon seit dem Mittelalter Opfer fordert. vice.com
[7] Prisca Kőmíves, die erste Hexe in Transsilvanien, weiberkraft.com
[8] Clara Bochÿ, Opfer der ersten Hexenverfolgungswelle in Transsilvanien, weiberkraft.com
[9] Éva Pócs, Die west- und mitteleuropäische dörfliche Hexerei: das Anklage-/Sündenbock-Modell, Elektronische Periodika: Archiv‑ und Datenbank (EPA) der Ungarischen Nationalbibliothek
[10] Wechselbalg, wikipedia
[11] Witchcraft at Romanians: Documents of witchcraft trials in Transylvania of the 16th-17th centuries), nationalmuseum.md
Weiterführende Literatur:
Website von Mihaela Mincă
Bild: KI