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Janet Boyman

Sie musste sterben, weil sie den Tod eines Regenten voraussagte

Opfer politischer Verschwörung


Die Heilerin und Seherin Janet Boyman aus Cowgate in Edingurgh wurde der Hexerei bezichtigt, gefoltert, verurteilt und hingerichtet. Ihre Anklage war die erste, die in Verbindung mit einer politischen Verschwörung erhoben wurde.

Janet Boyman

⛤ 1572, Schottland

Hintergrund der Veruteilung war, dass sie den Tod von Regent Moray, der im Januar 1570 ermordet wurde, vorhergesagt hätte. Trotz der Tatsache, dass ihr keine schädlichen Absichten nachgewiesen werden konnten, wurde sie für schuldig befunden und hingerichtet.

Janet wurde als „weise Frau, die verschiedene Krankheiten heilen und Kinder retten konnte, die von Feenmännern und -frauen entführt wurden“ beschrieben. Während der Folter gestand sie, Heilrituale durchzuführen, indem sie das Hemd des Patienten an der Quelle bei St. Leonards wusch. 

Zum Beispiel heilte sie einen kranken Schmied namens Alan Lauderstone durch ihre Rituale. Zunächst schien der Schmied geheilt, doch schon bald kehrte die Krankheit zurück, und der Schmied starb schließlich.

Janet prophezeite auch den Tod eines Kindes, das angeblich von den „Seely Wights“ (Feenwesen) verflucht worden war. Es konnten ihr niemals schädliche Folgen ihrer Rituale nachgewiesen werden.

„Und wie sie aus dem ersten Mangel, dem des Verstandes, leichter als Männer den Glauben ableugnen, so suchen, ersinnen und vollführen sie infolge des zweiten Punktes, der außergewöhnlichen Affekte und Leidenschaften, verschiedene Rache, sei es durch Hexerei, sei es durch irgendwelche andern Mittel. Daher ist es kein Wunder, daß es eine solche Menge Hexen in diesem Geschlechte gibt.“
Heinrich Kramer, Malleus Maleficarum, 1486


Literatur zu Janet Boyman:
Janet Boyman, engole.info